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5.7.2012 Weinprobe mit dem Weingut Oekonomierat Johann Geil Erben

Erstellt von Dieter am Freitag 31. August 2012

Probe vom 05. Juli 2012 „Weingut Oekonomierat Johann Geil Erben“

 

Als weiteres Weingut unseres Thema „Rheinhessen“ präsentierte sich heute das Weingut Oekonomierat Johann Geil Erben aus Bechtheim, vertreten durch Johannes Geil-Bierschenk.

 

Namensgeber des heute 32 ha großen Weingutes war Johann Geil, der wegen seiner Verdienste um die Raiffeisen-Genossenschaftsbewegung vom Großherzog zu Hessen und bei Rhein den Ehrentitel Oekonomierat verliehen bekam.

Heute wird das Weingut als Mehrgenerationenbetrieb durch Karl und Johannes Geil-Bierschenk und ihren Ehefrauen betrieben.

Die Weinberge liegen rund um Bechtheim in den Lagen Geyersberg, Rosengarten, Hasensprung, Stein Heiligkreuz, Gotteshilfe und Pilgerpfad, wobei die Lagen Geyersberg und Rosengarten die Spitzenlagen des Weingutes sind.

Der Rebsortenspiegel des Weingutes umfasst die Rebsorten Riesling, Spätburgunder, Frühburgunder, Weißburgunder, Chardonnay, Silvaner, Kerner, Dornfelder, Portugieser, aber auch Muskateller und Huxelrebe.

 

Die Probe startete mit einem frischen und trockenen Muskateller 2011, Gutswein. Mit einer Anbaufläche von 0,5 ha ist der Muskateller im Weingut ein „Nischenprodukt“, ein Aperitifwein mit schöner Frucht.

Der zweite Wein, ein „2011 Riesling Gutswein trocken“ ist eine Lagencuvée aus den Weinbergen rund um Bechtheim. Geprägt von den Lehm- und Tonböden, zur Hälfte spontan vergoren, stammt der Wein aus jüngeren Anlagen und macht mit seiner Unkompliziertheit Lust auf ein weiteres Glas, ein schöner Zechwein.

Der nachfolgende „2011 Bechtheimer Weissburgunder trocken“ ist ein dichter und komplexer Wein. Das Lesegut mit Spätlesequalität, mit der Frische der Lösböden aus dem „Bechtheimer Stein“ und der Mineralität des „Bechtheimer Hasensprung“, Ausbau im Holz ergibt einen cremigen Weissburgunder mit einer präsenten aber sehr gut eingebundenen Säure, die den Wein zu einem exzellenten Essensbegleiter macht.

Als vierter Wein folgte ein „2011 Bechtheimer Grüner Silvaner trocken“. Der Wein, spontan vergoren, sehr aromatisch und kräftig, ist kein schlanker Silvaner, ist er doch eher als opulent zu beschreiben.

Aus dem Bechtheimer Geyersberg stammt der nachfolgende 2011 Bechtheimer Chardonnay trocken“. Zur Hälfte spontan vergoren, eine Cuvée aus zu 50% im Holzfass und zu 50% im Edelstahltank vergorenen Weinen, danach ein ¾ Jahr im Holzfass gereift ergibt einen dichten und cremigen  Chardonnay.

Fruchtbetont, kräftig und mit gut eingebundener Säuere zeigte sich der „2011 Bechtheimer Riesling“ als harmonischer Ortswein. Er stammt aus mindestens 15 Jahre alten Anlagen der besten Lagen.

Duftig, sehr dicht, mineralisch, ausdrucksstark mit perfekt eingebundener Säure und elegante Reife, das sind die Attribute des Lagenweins „ 2010 Geyersberg trocken“, ein großer Wein.

 

Als achter Wein folgt ein „2011 Bechtheimer Frühburgunder trocken“. Seit 1995 wird der Frühburgunder im Weingut Oekonomierat Johann Geil Erben angebaut.

Mittlerweile sind 2 ha bestockt. Der vorgestellte Wein zeigte sich sehr duftig, burgundertypisch. Das Holz prägt diesen noch sehr jungen Wein. Aber nach kurzer Zeit im Glas entwickeln sich im Wein schöne Kirscharomen.

Der sich anschließende „2009 Spätburgunder Rotwein trocken“ aus der Lage Bechtheimer Heiligkreuz zeigt, wohin sich die Weine entwickeln.

In der Nase bietet der Wein einen Strauß an Aromen, insbesondere die burgundertypischen Veilchennoten und Anklänge von Cassis. Nach 1 jähriger Flaschenreife ist das Barrique noch spürbar, aber bereits sehr gut im Wein eingebunden. Der Wein zeigt sich kraftvoll ohne dabei mit seinen 14% Alkohol schwer zu wirken.

Als dritter Rotwein des Abends wurde ein „2009 Geyersberg Frühburgunder trocken“ vorgestellt.

Der Wein, eine trockene Auslese, ertragsreduziert auf 25 hl/ha, Goldkapsel als weiteres Selektionsmerkmal, ist in allem ein wunderbarer Sprung nach oben. Waren schon beim 2011 Frühburgunder die Anlagen erkennbar, so sind sie bei diesem Wein vollständig ausgeprägt.

Alles harmoniert, Nase und Gaumen werden verwöhnt, ein prachtvoller Rotwein.

 

Zum Abschluss der Probe folgten noch zwei fruchtsüße Weine.

Die „2011 Riesling Spätlese“ selektiv gelesen mit 103° Oechsle und leichter Botrytisnote ist sehr fruchtig und mit deutlicher Süße.

Für ein perfektes Frucht/Säurespiel ist jedoch die Säure zu verhalten.

Das Finale: „2011 Huxelrebe Trockenbeerenauslese“

190° Ochsle, Aromen, wie Mango und Maracuja und eine opulente Süße prägen diesen gelungenen Wein.

 

Dieser Abend mit Johannes Geil-Bierschenk zeigte ein weiteres Mal, welche hervorragende Weine Rheinhessen zu bieten hat.

Die Qualität und Vielfalt der Weine des Weinguts Oekonomierat Johann Geil Erben haben uns heute sehr gut gefallen und die Weinbruderschaft wird mit Interesse dessen Zukunft verfolgen.

Für heute bleibt nur, uns bei Herrn Johannes Geil-Bierschenk für die gelungene und kurzweilige Vorstellung seiner Weine zu bedanken.

 

Verfasser: Jörg Kleimeier

 

Probenergebnis der Probe vom 5.7.2012 mit dem Weingut Oekonomierat Geil Erben (PDF)

 

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